Forward Darlehen – Sicherung besonders günstiger Zinsen

Besonders in Zeiten mit niedrigen Zinsen möchten viele Kreditnehmer diese Situation für die Fortführung eines Baukredits nutzen, der erst später ausläuft. Doch ein bereits laufender Baukredit kann in der Regel jedoch nur dann gekündigt werden, wenn der Kreditnehmer bereit ist, eine Strafgebühr in Form von Vorfälligkeitszinsen zu zahlen – allerdings ist dann der Wechsel finanziell gesehen meistens uninteressant. Anders sieht es allerdings aus, wenn ein Baudarlehen bald ausläuft und es um die Anschlussfinanzierung geht. In solch einem Fall kommt das Forward Darlehen ins Spiel. Was genau das ist, erläutern wir nachfolgend.

Forward Darlehen – die Funktionsweise

Ein Forward-Darlehen ist nichts anderes als eine Anschlussfinanzierung, nur dass bereits vor Ende des Auslaufens der alten Zinsbindungsfrist der neue Zinssatz feststeht – dies ist teilweise bereits 36 Monate vorher möglich. Somit kann das Forward-Darlehen wahlweise wie bei jeder klassischen Anschlussfinanzierung auch, entweder bei demselben Kreditinstitut abgeschlossen werden, wo bereits jetzt die Baufinanzierung läuft, oder der Verbraucher kann zu einem anderen Kreditinstitut wechseln.

Die mit dem Forward-Darlehen verbunden Kosten für die Umschuldung sind so gering, dass sie bei der Wahl des passenden Forward Darlehens außen vorgelassen werden können. Viel wichtiger ist die Einschätzung der Entwicklung der künftigen Zinsen. Denn je mehr Zeit bis zum Auslaufen des alten Baukredits noch vorhanden ist, umso geringer ist die Chance, eine genaue Prognose der Zinsentwicklung zu machen. Die Faustregel sagt, dass ein Forward-Darlehen dann nicht sinnvoll ist, wenn die Zinsen erwartungsgemäß zum jetzigen Zinsniveau nicht steigen oder vermutlich sogar sinken werden. In solch einem Fall liegt der Zins eines Forward Darlehens über die Konditionen, die der Verbraucher bei dem Abschluss eines neuen Kredits erhalten würde. Schließlich lässt sich die Bank, die das Forward-Darlehen anbietet, diese frühe Kreditzusage mit einem Aufschlag bezahlen. Dieser Zinsaufschlag liegt zwischen 0,01 bis 0,03 Prozentpunkte pro Monat.

Das bedeutet, dass der Zinsaufschlag für das Forward-Darlehen sinkt, je geringer die Zeitspanne bis zur tatsächlichen Auszahlung und Kreditaufnahme ist. Ein Forward-Darlehen zahlt sich immer dann aus, wenn der Kreditnehmer bei Ablösung des alten Kreditvertrags einen höheren Jahreszins zahlen müsste und das Zinsniveau allgemein gestiegen ist. Es gibt allerdings auch Forward-Darlehen ohne Aufschlag – einige Institute verlangen keinerlei Bereitstellungszinsen, wenn der Ablauf der alten Zinsbindungsfrist weniger als 12 Monate beträgt.

Tipp: rechtzeitig einen Kreditvergleich durchführen

Ist ein Forward-Darlehen einmal unterschrieben, so ist der Kreditnehmer an den Vertrag gebunden. Immerhin handelt es sich dabei um einen rechtsverbindlichen Kreditvertrag, an welchen sich beide Vertragsparteien halten müssen. Für den Verbraucher bedeutet das, dass ein einmal unterschriebenes Forward Darlehen auch abgenommen werden muss. Selbst dann, wenn die Zinsen plötzlich doch niedriger sein sollten als im Forward-Darlehen festgeschrieben. Ansonsten wird eine hohe Aufwandsentschädigung fällig, die die Bank berechnet, die sogenannte Nichtabnahmeentschädigung. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass sich auch bei einer Änderung der individuellen Lebenssituation zum Ende der Zinsbindung der Darlehensnehmer an dem neuen Kreditvertrag gebunden ist. Kommt es beispielsweise zu einem Umzug in eine andere Stadt oder zu einer Trennung vom Ehepartner, kann das neue Forward-Darlehen auch zu einer Belastung werden.

Forward-Darlehen werden inzwischen auch von vielen Sparkassen, Volksbanken und Filialbanken angeboten. Doch den günstigsten Zins gibt es in der Regel nur auf einem Vergleichsportal. Denn hier sind die Zinsen für mehrere Hundert Angebote enthalten und nur ein Vergleich sämtlicher Forward-Darlehen-Anbieter sorgt auch für einen echten Wettbewerb und somit für ein konkurrenzfähiges Angebot. Aus diesem Grund raten Experten die ersten Angebote bereits 36 Monate vor Ende der Zinsbindung einzuholen.

Vorgehensweise:

  • Angebot mit unserem Vergleichsrechner einholen
  • entscheiden, ob der Zinssatz attraktiv ist
  • sollte der Zinssatz der eigenen Bank nur 0,1 Prozent höher sein, ist ein Wechsel angeraten
  • die erforderlichen Dokumente einsenden und Vertrag unterschreiben

Für wen sich ein Forward-Darlehen lohnt

Ob sich für einen Kreditnehmer ein Forward-Darlehen lohnt, ist abhängig von der jeweiligen Lebenssituation und der künftigen Zinserwartung. Wer gerne viel Stabilität in seinem Alltag hat, sollte sich mit einem Forward-Darlehen günstige Zinsen in der Zukunft sichern. Ist allerdings bekannt, dass Veränderungen anstehen, zum Beispiel bei der Nutzung der Immobilie, dem Arbeitsverhältnis oder einer Veränderung des Wohnorts, so riskiert der Kreditnehmer unter Umständen mit einem Forward-Darlehen eine hohe finanzielle Belastung. Schließlich sollte ein Verbraucher in solchen Situationen möglichst flexibel sein.

Allerdings verschafft ein Forward-Darlehen auch viel Sicherheit bei der Finanzplanung, denn so können die Monatsraten für einen Baukredit auf Jahre hinaus festgelegt werden und sind dadurch sehr gut planbar. Selbst dann, wenn die Zinsen plötzlich ansteigen, hat dies keinerlei Auswirkung auf die monatliche Ratenhöhe. Damit ist ein Forward-Darlehen nichts anderes als eine Versicherung gegen steigende Zinsen. Wer einen Baukredit mit wenig Eigenkapital realisiert hat, für den kann solch eine Absicherung nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig sein.

 

 

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