Kredit für Arbeitslose – worauf achten?

Arbeitslose, die einen Kredit benötigen, werden meistens Schwierigkeiten bekommen. Während es mit einem festen Einkommen und einer guten Bonität problemlos möglich ist, günstige Kredite zu erhalten, zählen Arbeitslose zu einer Risikogruppe. Selbst dann, wenn kein negativer SCHUFA Eintrag besteht, sinken die Chancen auf einen Kredit erheblich. Alternativen, die auch noch seriös sind, gibt es leider nur sehr wenige. Der Großteil der Arbeitslosen in Deutschland (24,7 Prozent) bezieht Arbeitslosengeld in Höhe von 500 bis 749 Euro. 21,7 Prozent erhalten sogar nur 250 bis 499 Euro. Lediglich 0,9 Prozent erhalten 2000 Euro mehr. Kein Wunder also, dass Kreditinstitute nicht gerne einen Kredit für Arbeitslose vergeben. [i]

Kann ein Arbeitsloser einen Kredit erhalten?

Den Kredit für Arbeitslose bietet auch die Bundesarbeitsagentur an, jedoch sind solche Kredite immer zweckgebunden und können nicht für bestimmte Anschaffungen verwendet werden. Der Vorteil ist, dass diese Kredite zinslos vergeben werden und nur in sehr kleinen Raten zurückzuzahlen sind. Wer sich allerdings einen finanziellen Freiraum mit einem Kredit schaffen möchte, kommt an den klassischen Ratenkredit nicht vorbei.

Dabei ist zu beachten, dass die Kreditaufnahme nicht ganz einfach ist, denn die Banken und Sparkassen weisen arbeitslose Kreditinteressenten bereits im Vorfeld ab. Denn ihnen fehlt das für die Kreditvergabe so wichtige regelmäßige Einkommen. Nicht selten versuchen Arbeitslose dann ihr Glück bei einer ausländischen Bank, denn es gibt einige Banken im Ausland, die auch in schwierigen finanziellen Situationen einen entsprechenden Kredit vergeben. Allerdings sind dies in der Regel schwarze Schafe, denn auch eine ausländische Bank benötigt ein pfändbares Einkommen für die Kreditzusage. Anders sieht es aus, wenn der Arbeitslose entsprechende Sicherheiten bieten kann, wie beispielsweise:

  • Immobilien
  • Wertpapiere
  • Risikolebensversicherungen
  • Festgeldkonten

 

Worauf ist bei einem Kredit in der Arbeitslosigkeit zu achten?

Leider gibt es nur sehr wenige günstige Kredite für Arbeitslose – daher sollten potenzielle Kreditnehmer ohne Job besonders vorsichtig sein und die Kreditangebote genau unter die Lupe nehmen. Denn immer wieder gibt es Werbungen, die spezielle Kredite für Arbeitslose anpreisen und dem Verbraucher suggerieren, diesen ohne Probleme zu erhalten. Vorsichtig sollten Interessenten dann sein, wenn eine Gebühr für die Vermittlung verlangt wird oder der Kauf einer Lebensversicherung oder eines Bausparvertrags Voraussetzung sind – dann handelt es sich meistens um ein unseriöses Kreditangebot. Es gibt allerdings einige Alternativen für den klassischen Kredit, die wir nachfolgend näher erläutern.

Peer-to-Peer – Kredite von Privat

Eine gute Alternative für Arbeitslose sind Kreditvermittler, welche Kredite von Privat anbieten. Auch hier erfolgt eine Bonitätsprüfung – trotzdem besteht eine Chance auf einen Kredit, wenn ein entsprechender Geldgeber gefunden wird. Kritisch werden allerdings die mangelnden regelmäßigen Einkünfte bewertet. Die Anfrage ist kostenlos und nur wenn tatsächlich ein Kredit zustande kommt, muss eine entsprechende Gebühr gezahlt werden.

Kredite vom Arbeitsamt

Auch das Arbeitsamt vergibt in besonders dringenden Fällen einen Kredit für Arbeitslose. Welche Fälle dies sind, ist im SGB II aufgeführt – darunter zum Beispiel für dringend benötigte Reparaturen im Eigenheim, wenn beispielsweise die Heizung im Winter sonst nicht mehr funktioniert. Oder aber auch für eine Mietkaution oder für die Begleichung einer hohen Jahresabrechnung des Energieversorgers. Außerdem gibt es einen speziellen Kredit für Arbeitslose, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Allen ist eins gemein: Es erfolgt immer eine genaue Überprüfung der Situation. Dafür weisen solche Kredite sehr günstige Konditionen auf, da sie zinsfrei und die monatlichen Raten an dem Arbeitslosengeld angepasst sind.

Kredite für Arbeitslose aus dem Ausland

Es gibt keine seriöse Bank – weder im Inland, noch im Ausland – die ohne entsprechende Sicherheiten einen Kredit an Menschen vergibt, der kein Einkommen besitzt. Das ist auch beim sogenannten Kredit ohne SCHUFA nicht anders, welcher bei Krediten für Arbeitslose besonders häufig beworben wird. Denn die Bezeichnung Kredit ohne SCHUFA bezieht sich darauf, dass das Darlehen aus Ländern wie der Schweiz oder Liechtenstein stammt, die nicht mit der SCHUFA zusammenarbeiten. Schließlich ist die SCHUFA eine deutsche Auskunftei, weshalb ausländische Banken auf das Einholen eines SCHUFA Scores oftmals verzichten. Dies ersetzt aber keinesfalls eine Prüfung der Bonität, denn auch Banken aus dem Ausland haben bestimmte Voraussetzungen an ihre Kreditnehmer. Diese sind:

  • mindestens 18 Jahre
  • Wohnsitz in Deutschland
  • Einkommensnachweis, dass Rückzahlung des Kredites möglich ist
  • unter Umständen weitere Sicherheiten

Da Arbeitslosengeld nicht gepfändet werden darf, zählt es nicht zu den laufenden Einkommen. Daher kommen nur sonstige Einnahmen infrage, wie beispielsweise Zinserträge oder Mieteinnahmen. Ein weiteres Problem ist, dass nach dem Ende des Bezugs von Arbeitslosengeld Hartz IV bzw. Arbeitslosengeld II bezogen wird und die zuvor genannten sonstigen Einkünfte dafür angerechnet werden. Daher müssen bestimmte Sicherheiten her. Generell ist es so, dass Banken aus der Schweiz nicht ganz so streng wie deutsche Banken sind, sie allerdings auch kein großes Risiko eingehen und einen extrem risikobehafteten Kredit vergeben. Außerdem werden solche Kredite mit entsprechend hohen Zinsen versehen.

Wo gibt es den Kredit für Arbeitslose?

Kredite für Arbeitslose werden gar nicht von gewöhnlichen Banken und Sparkassen vergeben. Stattdessen gibt es einige wenige Kreditinstitute, die sich auf einen solchen Kredit spezialisiert haben. Die zwei Möglichkeiten sind zum einen Kreditvermittler, zum anderen Kreditplattformen. Auf den letztgenannten Kreditplattformen verleihen private Menschen ihr Erspartes und können selbst bestimmen, an wem sie ihr Geld vergeben. Daher haben hier auch Arbeitslose eine Chance, an einen entsprechenden Kredit zu kommen. Kreditvermittler hingegen sind hilfreich, überhaupt einen Kreditgeber zu finden, der einen Kredit an Arbeitslose vergibt.

Auch wenn ein Kreditangebot noch so verlockend erscheint, sollte der Interessent unbedingt in sich gehen und überlegen, ob der Kredit tatsächlich so dringend ist. Denn ohne feste Einkommen wird es mehr als schwierig, seriöse Kreditangebote zu finden. Außerdem sollte sich der Antragsteller bewusst sein, dass er ohne Job irgendwann einmal Probleme haben wird, die Rückzahlung der Raten zu sichern. Denn Kreditangebote ohne SCHUFA gehen auch fast immer mit extrem hohen Zinsen einher.

Alternative: Kredit von Privat

Besitzt der Arbeitslose keine Sicherheiten, bleibt noch eine Alternative durch einen Kredit von Privat. Hierbei vergeben private Investoren Geld in bestimmte Kreditprojekte. Solche Kredite werden über online Plattformen oder über einen Kreditvermittler vergeben. Sehr bekannt in Deutschland sind beispielsweise auxmoney und smava. Auf diesen Onlineplattformen kann der Kreditinteressent online seinen Wunsch stellen und angeben, wofür er das Geld benötigt. Dabei sollte aber auch nicht die Angabe von vorhandenen Sicherheiten fehlen und auch welches Einkommen bezogen wird, interessiert die privaten Investoren.

Finden sich genügend Investoren für das Kreditprojekt, so erfolgt eine Auszahlung über das im Kundenstamm hinterlegte Referenzkonto. Oftmals investieren mehrere private Kreditgeber in ein und dasselbe Projekt mit kleineren Teilbeträgen. Die Chancen auf einen Kredit trotz Arbeitslosigkeit sind zwar auf solchen Plattformen höher, trotzdem verlangen die meisten Investoren eine bestimmte Bonität und Sicherheit, die der Arbeitslose in der Regel nicht bieten kann.

 

[i] http://de.statista.com/statistik/daten/studie/179942/umfrage/durchschnittliches-bruttoeinkommen-aus-arbeitslosengeld/

 

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